Newslab: Hinter den Kulissen

Claudia Böhm, neue Leiterin Visual Merchandising bei Manor, im Interview:

Seit Januar 2018 ist Claudia Böhm in ihrer neuen Funktion als Leiterin Visual Merchandising bei Manor tätig. Sie verrät im Interview, wie ihr Alltag aussieht, was die Arbeit bei Manor auszeichnet und was ihre Visionen für das VM-Team sind.

 

brogleworks: Mit Formensprache und kreativen Lösungen zum Endprodukt

brogleworks steht für Handwerkskunst: Die kleine GmbH mit der grossen Werkstatt ist bekannt für die herausragende Umsetzung von Konzepten aller Art. Zu einer ihrer erfolgreichen szenografischen Produktionen gehört der Kundenstand des Allianz Cinemas für das Atelier Lakrits. Inhaber Stefan Brogle verrät, wie sie den Zuschauerinnen und Zuschauern ein Feriengefühl vermittelt haben.

 

Noemi Rütti bildete sich weiter an der Schule für Gestaltung in Basel:

Sie erzählt uns warum. Anlässlich des Neustart des Bildungsganges im Januar 19 in Basel (Dipl. GestalterIn HF Kommunikationsdesign, Vertiefungsrichtung Visual Merchandising Design) veröffentlichen wir nochmals das Interview mit Noemi Rütti.

 

Polydesigner3D sind Allrounder im Profibereich

Miriam Vieli-Goll lebt ihren Kindheitstraum. Die Polydesignerin3D eröffnete bereits mit jungen Jahren ihre eigene Firma «visuelle kommunikation» und widmet sich täglich ihrer Leidenschaft, dem Gestaltungsbereich. Zu ihrem Portfolio gehört unter anderem die Migroszeitung, für deren Fotostylings sie oft verantwortlich ist, wie kürzlich bei einem Familienauto-Shooting. Mit ihrem Feingefühl sorgt sie für das perfekte visuelle Gesamtbild.

 

Interview mit Nicoletta Porceddu

Ich bin eine Macherin und das soll so bleiben
Ich will Bekanntes hinterfragen und Neues entdecken

Interview mit Nicoletta Porceddu (1974), Polydesignerin3D
An der Internationalen Handwerksmesse München, 8. März 2018

 

Lehrgang Polydesign3D verbindet Theorie mit Praxis

In der Deutschschweiz gibt es vier Gestaltungsschulen an verschiedenen Standorten. Ihre Lehrgänge sind sehr projektorientiert aufgebaut: Die angehenden Polydesigner3D lernen von der Planung bis zur Umsetzung den gesamten Prozess und werden bestens auf den Berufsalltag vorbereitet. So auch an der Schule für Gestaltung in St. Gallen, die jährlich ein GBS-Projekt mit den Lernenden umsetzen – wie kürzlich das Typo17 Symposium zum Thema «Resonanz».

 

Bei Expomobilia packen die Lernenden an:

Innerhalb von wenigen Wochen ein Grillfest für 40 Mitarbeitende zu organisieren, ist kein Kinderspiel. Die Lernende Fatima Runggaldier war erst seit zwei Monaten bei Expomobilia, als sie mit dieser herausfordernden Aufgabe konfrontiert wurde. Vom Konzept mit diversen Ideen bis zur Umsetzung – der Mitarbeiterevent wurde dank dem unermüdlichen Einsatz der jungen Frau und ihres Kollegen aus dem 4. Lehrjahr ein voller Erfolg.

 

Im Herbst weht ein warmer Wind durch die Micasa-Filialen

Was braucht es, um die gewünschte Stimmung auf einer Ausstellungsfläche sichtbar und spürbar zu machen? Welche Farbenkombination trifft ins Schwarze? Und durch welche Gestaltungselemente wird der gewünschte Ausdruck verstärkt? Das Polydesign3D-Team von Micasa stellt sich diese Fragen immer wieder. Für die Ausstellung «Autumn», die derzeit in den Filialen und im aktuellen Katalog präsentiert wird, wurde die Natur in die Wohnung geholt.

Atelier Reber: eine kleine Polydesign3D-Firma mit Durchsetzungskraft

Das P3D-Atelier Reber aus Wattwil inszeniert Schaufenster, Innenräume von verschiedenen Geschäften, Messebauten und Eventeinrichtungen. Ihr Arbeitsspektrum erstreckt sich von Computerberechnungen bis zum Handanlegen in der Spritzkabine. Für die Firma Kägi entwickelte das Team rund um Inhaber Res Reber ein portables, authentisches Riesen-Kägifret aus Styropor. In das Resultat möchte man am liebsten reinbeissen.

Herren Globus bietet ein neuartiges Einkaufserlebnis

Seit dem Umbau erwartet die Kunden im Zürcher Herren Globus-Flagship Store an der Löwenstrasse ein einzigartiges Shopping-Erlebnis auf drei grosszügigen Stockwerken. Dem stilbewussten Gentleman wird eine Palette an Service Leistungen geboten, wie etwa ein Barber Shop, eine Massabteilung und ein professioneller Schuhputz-Service. Das moderne Interieur besticht durch maskuline Farbtöne und eine «raw chicness». Zudem laden gemütliche Vintage-Fauteuils und die begrünte Innenhof-Lounge zum Verweilen ein.

Interview mit Leslie Kurmann zur Euroshop-Messe in Düsseldorf

Vom 5. bis 9. März war der Verband P3D mit einem Stand an der 50. Euroshop-Messe in Düsseldorf vertreten. Vor Ort wurde die neue P3D-Lern-App präsentiert. Leslie Kurmann, Visual Managerin bei Manor, die ebenfalls vor Ort war, berichtet im Interview über die Highlights und ihren persönlichen Liebling.

Atelier Kunz und Tellenbach

Beschriftungen, Grafikdesign, Digitaldruck, Architektur und Messebau prägen das Portfolio von Kunz + Tellenbach. Im vergangenen Januar war das Berner Atelier für das Design des Messestandes der Max Felchlin AG an der 33. Schweizer Fachmesse für Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebedarf (FBK) verantwortlich. Zum Thema „Alpenchic“ kreierten die Polydesigner3D einen aussergewöhnlichen Stand mit Heuballen-Optik und Alpenchic-Interior

Manor Bachenbülach

Ende September hat in Bachenbülach ein neues Manor Warenhaus seine Türen geöffnet. Es wurde nach einem brandneuen Konzept eingerichtet, das in Zusammenarbeit mit einer Pariser Agentur entwickelt wurde. Die Visual Managerin Leslie Kurmann erklärt, weshalb das neue Haus mit seiner innovativen Verkaufsflächengestaltung einen neuen Standard für die Manor Gruppe darstellt.

Atelier DeKo2

Das Aargauer Atelier DeKo2 feiert 2017 sein 20-jähriges Jubiläum. Das hochmotivierte Frauenteam schaut auf eine intensive und herausfordernde Zeit, mit vielen einzigartigen Erfahrungen zurück. Polydesign3D bedeutet für Christa Pfister und ihre Mitarbeiterinnen zu gestalten, bearbeiten und umzusetzen, was im Kopf entsteht. Die unendlich grosse Freiheit, immer wieder neu kreativ gefordert zu sein, zeichnet ihren Alltag aus.

Interview mit Christian Weber

Der ausgebildete Dekorationsgestalter arbeitet selbständig an eigenen Aufträgen sowie als freier Mitarbeiter für diverse Firmen aus Film, Foto, Theater, Szenografie und Ausstellungsgestaltung. Dabei ist er mehrheitlich im Bereich Ausstattung und Requisite für Film- und Fernsehproduktionen tätig. In der bekannten Schweizer Krimiserie „Der Bestatter“ hat Christian Weber als Aussenrequisiteur im Ausstattungsteam mitgearbeitet.

Karin Kammerlander auf dem heissen Stuhl

Die Initiatorin der neuen Lern-App Polydesign3D berichtet über ihre Beweggründe für die Entwicklung der App, die voraussichtlich gegen Ende August verfügbar ist. 

Neuerdings Eventdesign

“We create, we design, we can” – so lautet der Slogan von Neuerdings Eventdesign. Das fünfköpfige Team entwickelt gemeinsam verschiedenste Events – vom Konzept bis zur Umsetzung nehmen sie alles in Angriff. 

Ikea Spreitenbach

Die neue Frühjahrskollektion „TILLFÄLLE“ von IKEA vereint kräftige Muster und bunte Farben mit skandinavischem Minimalismus. 


Claudia Böhm, welche beruflichen Stationen haben Sie bisher durchlaufen?

Ich habe ursprünglich Wirtschafswissenschaften an der Ruhr Universität Bochum studiert und war anschliessend mehrere Jahre bei der Karstadt Warenhaus AG als Geschäftsführerin und für die Visual Merchandising-Planung zuständig. Nachdem ich bei Breuniger, Betty Barclay und Orsay als Head of Visual Merchandising tätig war, habe ich Anfang 2018 bei Manor angefangen.


Was sind Ihre Aufgaben als Head of Visual Merchandising bei Manor?
Ich bin für die Planung, Koordination und Realisation der zentralen Visual Merchandising Tätigkeiten (POS und Schaufenster) zuständig. Zudem leite ich drei Teams: Die Zentrale Visual Merchandiser, wo wir monatliche Visual Briefings pro Metier für die Stores durchführen. Wir erstellen dort grundsätzliche Visual Merchandising-Guidelines und trainieren VM-Mitarbeitende in den Stores. Das zweite Team ist die Transversale Dekoration: Dort werden Schaufenster- und POS-Konzepte für alle saisonalen Themen und Promotionen erstellt. Im VM-Buying-Team werden sämtliche Inszenierungsmaterialien für Schaufenster und POS (3D und Print) eingekauft.


Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Ihnen aus?
Bei mir ist jeder Tag anders. Es stehen oft diverse Abstimmungs- und Koordinationstermine mit den drei Visual Merchandising-Teams und innerhalb des Marketings an, um die Guidelines und Briefings zu erstellen - einerseits für die Warenpräsentation und andererseits für die Umsetzung der Promotionen.

Des Weiteren bearbeite ich Anfragen aus den verschiedenen Manor-Filialen, mache Besuche vor Ort, arbeite eng mit dem Retail und Agenturen zusammen und erstelle neue Visual Merchandising-Konzepte.


Was sind Ihre Ziele, die Sie mit dem Team erreichen möchten?
Mir ist ein einheitlicher Auftritt am Markt wichtig und daher ist für mich der «file rouge» im Warenbild der Manor Warenhäuser zentral.
Ich möchte, dass wir mit attraktiver Schaufenstergestaltung und kundenorientierter Warenpräsentation ein inspirierendes Visual Merchandising gewährleisten.
Zudem ist es unser Ziel, die Teams am POS durch einfache und täglich umsetzbare Visual Merchandising-Guidelines und regelmässige Trainings zu unterstützen.


Welche neuen Inputs möchten Sie ins Team hineinbringen?
Die drei Visual Teams sind erst seit September 2017 in einem zentralen Visual Merchandising-Team innerhalb des Marketings zusammengefasst. Dadurch wird es möglich, die VM-Guidelines über alle Warenwelten zu vereinheitlichen, um ein "Manor-VM" am POS über alle Warenwelten erkennbar zu machen.

Zudem müssen wir mehr in den Warenwelten denken, in denen die Kunden sich bewegen, um ihnen so mehr Inspirationen geben zu können. Cross Selling sowie Themen- und Eventflächen müssen mehr Gewicht erhalten.
Bei der Erstellung der Guidelines und der Planung zusammen mit dem Einkauf muss die Fläche bereits stärker berücksichtigt werden, damit die Konzepte umsetzbar sind. Denn gutes Visual Merchandising beginnt bereits im Einkauf der Materialien.
Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Digital Signage am POS, mit dem wir uns konzeptionell stärker beschäftigen.


Was zeichnet das Visual Merchandising von Manor aus?
Das Visual Merchandising von Manor ist im Marketing angesiedelt. Dadurch wird der 360 Grad-Ansatz in der Kommunikation an den Kunden gewährleistet: POS, Online, Social Media und Print sind aufeinander abgestimmt. Des Weiteren verfügt Manor über eine starke Eigenmarkenpräsentation.
Und nicht zuletzt ist unser VM in den verschiedensten Stellenprofilen implementiert, so dass die Realisation auf der Fläche ein Zusammenspiel zwischen zentraler Vorgabe, der VM-Teams in den Stores und den Sales-Teams ist, was uns ebenfalls einzigartig macht.


Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Funktion?
Ich mag die Abwechslung sehr, die durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen, VM-Teams und durch das Vollsortiment in einem Warenhaus entsteht. Zudem ist es besonders schön, dass das Ergebnis aller Tätigkeiten am Ende am POS immer sichtbar ist. Die Teamarbeit ist ein weiterer Aspekt, der meine Arbeit auszeichnet und das Zusammenspiel von mittel-bis langfristiger Planung sowie schneller Reaktion inklusive Anpassung finde ich sehr spannend.


Wo liegen die Herausforderungen?
Jedes Haus ist unterschiedlich in der Grösse, Anzahl und Formate der Schaufenster, Flächen-Layouts und Ladenbaugenerationen. Natürlich ist dies kein unbekanntes Problem im Retail. Konzepte müssen aber auch konkret adaptierbar sein, damit sie von allen Häusern umgesetzt werden können.

Visual Merchandising ist zudem immer eine Schnittstellenfunktion und nur das abgestimmte Zusammenspiel zwischen Ware, Ladenbau, Marketing und Retail bringt den Erfolg. Daher gilt es die gläsernen Wände, die zwischen den verschiedenen Abteilungen bestehen können, zu überwinden.


Was hat sich in Ihrem Beruf in den letzten Jahren verändert?
Die Schnelligkeit: Wir müssen im VM schneller auf Sortimentswechsel und Marktveränderungen reagieren können als früher.
Zudem erhält das Thema Warenpräsentation und Inszenierung der Ware mehr und mehr Gewicht. Die Kunst besteht darin, das Warenangebot so zusammenzustellen, dass der Kunde zum Kauf verlockt wird. Das passiert heute vielmehr durch die Zusammenstellung und Platzierung der Ware als durch den Einsatz von Gestaltungsmitteln.

Heute steht das kommerzielle Visual Merchandising stärker im Vordergrund: Visual Merchandising ist Verkaufsförderung und muss sich mit KPIs auseinandersetzen.

Ein Konzept ist zudem nur so gut, wie es umgesetzt werden kann: Daher steht und fällt das Konzept mit den Mitarbeitenden, die für die Realisation am POS verantwortlich sind. Schulungen und die Verständigung innerhalb eines Unternehmens auf die grundsätzliche Ausrichtung sind daher immer wichtiger.