Vom Polydesigner3D zum Beichtvater
Nein, wir künden hier keine neue Weiterbildung an, sondern zeigen euch das neuste Kunstprojekt von Willi Paul Paulussen. In seinem rollenden «Klima-Beichtstuhl» lädt er Menschen dazu ein, ihre Klimasünden bei ihm abzuladen. Oder einfach über das zu reden, was ihnen gerade auf dem Herzen liegt.
Die Idee ist so simpel wie genial: Menschen eine Möglichkeit zu geben, zu reden. Reden tut schliesslich gut. Manche haben niemanden, der zuhört. Manche werden gewisse Geschichten lieber bei einem Unbekannten los als bei ihren Liebsten. Manche haben viel, was sie einfach mal loswerden wollen. Manche wenig. Alles hat bei Willi Paul Paulussen seinen Platz.
Basel trifft Para Dada
Es geht nicht nur ums Klima, bei Willi Paul Paulussens Kunstprojekt «Klima-Beichtstuhl». Der hohe schwarze Turm, natürlich mit dem Velo transportierbar, war im Dezember an verschiedenen Standorten in der Basler Innenstadt zu sehen. Willi Paul Paulussen sitzt da, als Kunstfigur Para Dada in seinem dunklen Tüllkostüm, und wartet. Manchmal dauert es eine Weile, bis sich die Baslerinnen und Basler trauen. Manchmal kommen sie sofort. Jedes Mal ist es anders und jedes Mal sind auch die Geschichten andere.
Interaktion als Kunstform
«Das Ziel ist der Dialog, die Interaktion mit dem Publikum», sagt Willi Paul Paulussen. Der ehemalige Designer und Berufsbildner hat mit Dutzenden Fremden gesprochen, mal nur ein paar Minuten, mal über eine Stunde. «Menschen haben ein Bedürfnis zu reden, vor allem ältere.»
Oft teilen die Besucherinnen und Besucher nicht nur ihre Klimasünden, sondern das, was sie gerade beschäftigt – von Familiengeschichten bis zu Alltagsproblemen. Das stört den Performance-Künstler nicht, obwohl «Klima-Beichtstuhl» in grossen Lettern auf dem schwarzen Turm steht. Er hört zu und fragt nach. Und er bringt die Neugierde und Offenheit mit, die man braucht, wenn man Menschen einen Raum geben will, ohne schon vorher zu wissen, was darin passieren wird.
Vom Wunschbuch zum Beichtstuhl
Schon Willi Paul Paulussens erste öffentliche Performance stand im Zeichen der Geschichten der Baslerinnen und Basler: 1994 initiierte er das erste Basler Wunschbuch Bis heute wird es jeweils gegen Jahresende im Rathaus ausgelegt, damit Gäste ihre Wünsche verewigen können. Jahr für Jahr kommen so rund 20'000 Wünsche zusammen.
Ganz so viele Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hatte «Beichtvater» Willi Paul Paulussen in seinem «Klima-Beichtstuhl» bisher noch nicht. Er wird aber auch 2026 wieder unterwegs sein und den Sünden, Wünschen und Gedanken der Baslerinnen und Basler zuhören.
Mehr zum Künstler und zum Projekt unter willi-paul-paulussen.ch
und auf instagram
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